Liebe Leser und Leserinnen

 

Lefers

Gischt peitscht über die Planke. Der Sturm hat die Segel zerrissen, den Mast regelrecht zermalmt. Das Mittelmeer zeigt sich wiedereinmal von seiner schlimmsten Seite. Ein letztes St nn wird es schwarz.

Aber irgendwann macht er die Augen wieder auf. Er hat es geschafft. Er hat wieder festen Boden unter den Füßen. Etwas benommen spuckt er die letzten Reste Wasser aus der Lunge. Dann steht er auf.

Am Himmel sieht er erste Strahlen der Morgensonne. Sie durchbrechen das Dunkel. „Meine Güte, Paulus, du lebst“, hört er eine Stimme hinter      sich rufen. Er sieht sich um…

Ob es so gewesen ist, als Paulus Schiffbruch erlitten hat? Paulus, der Apostel, der Gemeindegründer, der Briefeschreiber, der Christen-missionar, der Theologe – beinahe untergegangen. Im Meer versunken, wie einer von so vielen unzähligen armen Seelen aller Zeiten? Wie passt das? Eine Strafe etwa? Hat Paulus etwas falsch gemacht? „Wo ist da dein Gott gewesen?“, hört man die Leute oft fragen, geradezu triumphierend manchmal. „Hab ich doch gleich gesagt, du und dein unvernünftiger Märchenglaube. Wunder gibt es nicht.“ Ja? Weißt du es genau? Wunder gibt es nicht?

Tja, sagt Paulus, und genau das ist das Ding! Gott ist genau da, wo du ihn überhaupt nicht mehr erwartest. Alles was du denkst, da und da müsste er doch sein. So und so müsste er doch sein. Nein, ganz im Gegenteil. Was du für klug und weise hältst, ist bei Gott dumm und blöde. Aber alles was du für blöde und dumm hältst, das ist die Weisheit, die Gott uns gezeigt hat. Ein Kreuz, das aufgerichtet steht. Ein Grab, in das ein Leichnam gelegt wird. Gottes Geschichte mit dir: Sie macht aber nicht davor halt, wo du schon lange „Halt!“ gesagt hast. Und egal wie dumm und blöd es dir vorkommen mag. Du lebst, sagt Gott dir. Und lässt dich leben. Selbst wenn du stirbst. Und du sagst, es gebe keine Wunder…

Einen wunderbaren Herbst wünscht Matthias Lefers