Herzlich Willkommen.

Liebe Leser*innen,bild pastorin

es gibt Wörter, die gehören einfach zusammen: Trauer und Freude, warm und kalt, Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Weinen und Lachen, Suchen und Finden. Das eine Wort kann ohne das andere nicht sein. Dazu gehört auch „Glauben und Zweifeln“. Das erlebe ich immer wieder. Auch bei mir. Kein Mensch steht so fest im Glauben, dass er immun ist gegen die Anfechtungen des Lebens, die uns immer wieder erschüttern und unseren Glauben ins Wanken bringen. Ich denke an die Krankheit eines lieben Menschen. An die Bilder von überfüllten Booten und Kinderrucksäcken im Wasser. An vom Krieg zerstörte Menschen. An die Szenen in den Nachrichten von brennenden Wäldern und zerstörten Dörfern durch Wassermassen. An meine eigenen Fehler, die mich zweifeln lassen, wie ich mit diesen liebenswert sein kann.

Was dann hilft, ist ein Blick in die Bibel. Da wird mir von vielen großartigen Menschen berichtet. Abraham, Mose, Jeremia, Hiob, Jesus, Petrus und vielen mehr. All diesen Menschen ist eins gemeinsam: Sie kennen solche Momente des Zweifels. Der Prophet Jeremia stellt Fragen, die bis heute gestellt werden: „Warum haben die Menschen, die dein Gesetz missachten immer Erfolg? Und warum nimmt mein Leid kein Ende?“ Auch Mose ist es irgendwann leid. Viel hat er aufgegeben, um sein Volk in die Freiheit zu führen. Doch dann kamen der endlose Weg, die Rückschläge und Entbehrungen und er fragt sich: „Lohnt es sich überhaupt? Sollen wir es nicht besser bleiben lassen?“

Dann sind da Jesu Worte am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und auch die ersten Christen wie Petrus oder Thomas sind kein leuchtendes Vorbild eines bedingungslosen und unerschütterlichen Glaubens. Da gab es welche, die im Stillen zweifelten, und welche, die offen und kritisch Fragen stellten. Aber nirgends werden sie wegen ihrem Zweifel ausgeschlossen. Gerade die Zweifler werden in den Geschichten der Bibel die verlässlichen und treuen Anhänger unseres Gottes.

Das zeigt mir: Gott sucht sich offensichtlich die Zweifler. Er sucht Menschen, die scheitern können und manchmal den Mut verlieren, die immer wieder innehalten und kritisch nachfragen, die auf der Suche bleiben. Und Gott nimmt den Zweifel seiner Menschen ernst. Mose segnet er und zeigt ihm so: „Ich verstehe deinen Zweifel.“

Vielleicht kann man sogar sagen, dass Gott die Zweifler braucht, denn sie sind letztendlich diejenigen, die seine Botschaft in der Welt voranbringen. Zweifel kann so auch eine Stärke sein. Fragen und Gespräche, die aus Zweifel entstehen, ermöglichen Wachstum – persönlich und gemeindlich. Der Zweifel bewahrt davor, leichtgläubig und verführbar zu werden: „Lass dich nicht drängen, schau genau hin und sieh die ungeahnten Farbschattierungen, überlege dir in Ruhe, was richtig ist und was dann getan werden muss, gib dem Neuen eine Chance, denk das Undenkbare.“

Ich brauche also keine Angst haben, wenn ich Zweifel habe. Das ist Teil meines Glaubens und es wird mich weiterbringen. Der Zweifel treibt mich an. Und: mein Zweifel wird gebraucht – von Gott und auch von meinen Mitchristen. Und vielleicht kann ich dann auch wie Jeremia heraus aus dem Zweifel sagen: „Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“ (Jer 17,14)

Ihre Dagny Weyermanns

 

 

 

Neue Beschlüsse des Kirchenrates:

Bei einer stabilen Inzidenz unter 10 darf auf Beschluss des Kirchenrates im Gottesdienst gesungen werden. Dazu sollen nach Möglichkeit eigene Gesangbücher von zu Hause mitgebracht werden. Es liegen auch die Gesangbücher der Gemeinde zur Nutzung wie gewohnt aus und können sich selbst genommen werden. Wir bitten darum, diese nach Gebrauch wieder  zurück zu stellen.

Die Gottesdienste finden in der Regel in normaler Länge und drinnen statt. Am 18. Juli und 15. August feiern wir bei gutem Wetter draußen Gottesdienst.

Es wird jedoch leider weiterhin kein Kirchencafé stattfinden.

Bei einer stabilen Inzidenz unter 10 sind auch Treffen der Gemeindekreise unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsvorschriften wieder möglich. Für alle Gruppen gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsvorschriften. Singen und gastronomische Angebote (Tee, Kaffe, Kuchen etc.) sind nicht möglich. Die Krabbelgruppe nutzt dazu den Raum auf der Bühne oder den hinteren Bereich des Kirchsaals, für den Altennachmittag und Frauenkreis kann der Kirchraum genutzt werden. Für die Gruppen und Aktionen des CVJM liegen Hygienekonzepte vor.

Auch die Chöre dürfen sich mit Hygienekonzept – insbondere der Abstandsregeln – wieder drinnen treffen.

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Liebe Gemeinde! 

Seit dem 1.Juni bin ich als Pastorin coll. zur Krankheitsvertretung in Ihrer Kirchengemeinde tätig. Daher möchte ich mich Ihnen und Euch kurz vorstellen. Geboren (vor 35 Jahren) und aufgewachsen bin ich am Niederrhein. Nach meinem Abitur studierte ich evangelische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg und an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster. Nach dem Studium begann für mich das Vikariat in Bad Bentheim, später arbeitete ich als Pastorin coll. in die Kirchengemeinde Uelsen, Möhlenwarf, Weenermoor und St. Georgiwold. Meine pastorale Tätigkeit habe ich dann 2016 mit der Geburt meiner ersten Tochter unterbrochen und nehme sie nun wieder mit Freude in Ihrer/ Eurer Gemeinde auf.

Schwerpunkte waren für mich in meiner bisherigen Arbeit Gottesdienst, Kindergottesdienst, religionspädagogische Arbeit in Kindergärten, Jungend- und Konfirmandenarbeit, Gemeindebriefredaktion und Seelsorge.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der christliche Glaube Perspektiven für das eigene Leben eröffnet, die wir sonst vergeblich suchen. Diese Perspektiven wirken bis ins hohe Alter hinein und möchten gelebt werden. Kirchliche Gemeindearbeit richtet sich daher mit ihren abwechslungsreichen Angeboten für mich an jedes Alter, jedes Geschlecht und jede Nationalität – ganz konkret. Daher ist mir beispielsweise bei der Gestaltung der Gottesdienste wichtig, alle Altersgruppen anzusprechen und eine für alle verständliche Sprache zu sprechen. Auch diejenigen, die mit kirchlicher oder gemeindlicher Tradition wenig vertraut sind, sollen sich im Gottesdienst willkommen fühlen. 

Gemeinsam mit Ihnen, liebe Gemeinde, möchte ich darum nach Verbindungen suchen zwischen Ihrem/ Euren Leben und dem Gott der Bibel. Und in der Gemeinde Gemeinschaft miteinander und mit Gott erleben. 

Selbstverständlich bin ich für Sie persönlich vor Ort, telefonisch oder per Email erreichbar, auch wenn ich in Leer wohne.

Ich freue mich auf die Arbeit in Ihrer Gemeinde, auf die neuen Aufgaben und darauf, auch Sie bei einem persönlichen Gespräch kennenzulernen!

Ihre Dagny Weyermanns

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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