Herzlich Willkommen.

AKTUELLE INFORMATION

Am Sonntag, 25.10.2020 findet um 10 Uhr wieder ein Gottesdienst in der Kirche Neermoorpolder statt. Es sind noch ausreichend Plätze in der Kirche vorhanden, so dass man aller Voraussicht nach auch spontan am Sonntag morgen gute Chancen am GoDi teilzunehmen. (Und sollten tatsächlich viel zu viele Menschen kommen, wird um 11 Uhr eine zweite Gottesdienstfeier stattfinden.) Insofern: Herzlich willkommen!

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser.Bild10

 

Für jeden Monat gibt es so einen Bibelvers, ähnlich der Tageslosung. Für Oktober kommt der Vers aus dem Prophetenbuch Jeremia, aus Kapitel 29, Vers 7: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.“

 

Im Zusammenhang hat Jeremia seinen Leuten geschrieben, um ihnen Mut zu machen und damit auch auf bisher unbekannte Wege zu führen. Einige Zeit zuvor nämlich hatten die Babylonier das Reich Israel besiegt und viele Menschen aus ihrer Heimat entführt und nach Babel verschleppt, so dass sich in dem eroberten Reich Israel ja kein Widerstand bilden sollte. Es war für die Deportierten alles anders: Eine andere Kultur, eine andere Religion, kurzum ein ganz anderes Leben, das sie eigentlich ablehnten. Was sollten sie tun?

 

Und hier gibt Jeremia, der Prophet, eigentlich einen recht pragmatischen Rat: Betet für die Stadt, in der ihr jetzt lebt und tut, was ihr könnt, um zum Wohl dieser Stadt beizutragen. Und durchaus eigennützig gedacht: Denn wenn es der Stadt gut geht, dann geht es euch auch gut.

Aber Jeremia mahnt in dem Kapitel auch zur Vorsicht: Bleibt euch treu. Übernehmt nicht einfach den Lebensstil und die Kultur und die Religionen mit den vielen Göttern, die ihr dort Tag für Tag vor euren Augen habt.

 

In diesem Jahr packt mich Jeremias Rat wesentlich stärker als sonst schon: Für die eigene Stadt zu beten – also für den Ort, an dem sich das alltägliche Leben abspielt, ist mir aufgrund der Situation näher als in der Vergangenheit. Dabei geht es nicht nur um die Pandemie. Sondern auch z.B. wie in der Gesellschaft mit den Einschränkungen umgegangen wird. Da gibt es die, die sich eisern an die Regeln halten, die allen auferlegt wurden. Da gibt es die, die das alles für Quatsch halten und einfach ihre bisher als selbstverständlich erlebte Freiheit wiederhaben wollen. Und manchmal atmet so ein unversöhnlicher Geist der Konfrontation zwischen „diesen“ und „jenen“. Anstatt aufeinander zu hören und einander zu fragen und zu versuchen die Argumente des anderen zu verstehen, wird einfach laut geschrien. Und wer am lautesten ist, hat am Ende recht? Nee, da mach ich nicht mit.

 

Da schweig ich lieber und bete still für meine Stadt, mein Land, meine Welt und hoffe, dass es ihnen damit vielleicht wirklich ein bisschen besser geht. Und wenn mir die Stille manchmal dann doch die Kehle zuschnürt, schaue ich einfach auf das Wort, das für den November ausgewählt wurde. Es stammt ebenfalls von Jeremia. Zwei Kapitel später prophezeit er den Ratlosen, Suchenden und Verzweifelten.  „Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.“

 

Herzlich, Ihr/Euer Pastor Matthias Lefers