Andacht Juni-Juli

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Liebe Leserin, lieber Leser

Der Monatsspruch für den Juli 2020 steht im     1. Buch der Könige, in Kapitel 19: „Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“

Elia, der Prophet, steckt in so einer Art Lebenskrise. Mit seinen Nerven ist er derart am Ende, dass er sich auf den Weg in die Wüste macht, sich erschöpft unter einen Ginsterstrauch legt und nur noch sterben will. Er kann nicht mehr. Dann schläft er erstmal ein. Ein Engel weckt ihn nach einiger Zeit und sagt: „Steh auf und iss!“ Und wie durch ein Wunder stehen da kaltes Wasser und Brot für Elia. Er isst und trinkt und stärkt sich. Dann… schläft er erneut ein. So ausgelaugt ist er. Nachdem erneut eine Zeit verstrichen ist, berührt ihn wieder der Engel, weckt ihn und sagt ihm noch einmal: „Steh auf und iss!“ Und dieses Mal fügt er noch hinzu: „Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“

Wieder stehen da Brot und Wasser. Elia isst und trinkt. Und jetzt ist er wieder bereit. Ist zur Ruhe gekommen und hat sich gestärkt. Er macht sich auf den Weg. Und er weiß: Gott hat noch so einiges mit mir vor.

In den letzten Wochen haben wir das Wort „Krise“ unzählige Male gehört. Wir haben am eigenen Leib erfahren, wie das ist, wenn das Gewohnte, das Selbstverständliche plötzlich nicht mehr geht. Und wie viele sind nicht auch schon mit ihren Nerven am Ende gewesen: Home-Office mit den Kindern zu Hause, Einkaufen nur noch mit Maske, die Sorge um die Lieben, die Angst, sich anstecken zu können, andere vielleicht anzustecken, wirtschaftliche Nöte, die Einsamkeit.

Mir spricht der Engel Gottes auch deshalb ziemlich direkt ins eigene Herz: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ Ausreichend Ruhe und Kraft zu bekommen. Das wünsche ich mir. Und ich glaube daran, dass Gott das auch für mich bereithält. Und zu wissen: „Du hast einen weiten Weg vor dir.“ Ich höre da zwei unterschiedliche Sachen: Zum Einen bin ich unsicher. Bin ich stark genug? Ist der Weg vielleicht zu weit? Ist die Anforderung zu groß? Aber ich höre zum Anderen auch, dass Gott mich braucht, mich auf den Weg schickt. Es ist nicht das Ende. Wie der Weg werden wird und wohin er führt, kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber ich bin mir ganz sicher, dass Gott mitgeht und gut auf mich achtet. Das macht mir Mut.

Und genau das – die nötige Ruhe, neue Kraft, und hoffnungsvollen Mut für den weiteren Weg wünsche ich Dir und Ihnen auch.

Herzliche Grüße, bleiben Sie gesund,

Pastor Matthias Lefers