Andacht

 

 

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In den 80er Jahren habe ich diesen Werbespot für „Gervais-Obstgarten“ geliebt. Ich fand ihn zum Schreien komisch. Da war so ein ein in grau gehaltenes Großraumbüro. Im Hintergrund lief so eine Streichermusik.  Ein älterer Herr mit Glatze hat in sein Sandwich gebissen.   Und weil ihm das ganz schwer im Magen lag, war dabei der Klang einer Pauke zu hören. Eine Stimme sagte: „Viele Dinge, die wir essen,  sind etwas schwer.“ Dabei krachte der Mann offenbar durch den Boden. Einige Kollegen und eine Putzfrau schauten verdutzt in das Loch im Boden. Und die Putzfrau kehrte noch den Dreck hinterher. Dazu lief jetzt eine charakterische Klarinettenmelodie und die Stimme sagte, dass dieser Gervais- Obstgarten locker-leicht schmecke. Kein Bremsklotz im Bauch also. Ja, ja… Diese Werbeversprechen.

In den letzten Wochen höre ich immer wieder Nachrichten, die mir auch oft so schwer im Magen liegen, dass ich auch so manches Mal befürchte, durch den Boden zu krachen: Beschlüsse der Politik, die sich manchmal nur noch schwer nachvollziehen lassen, gerade angesichts steigender Zahlen, immer wieder das Schielen auf die Inzidenzen.  Menschenmengen, die einfach nicht mehr wollen und nur noch ihren eigenen Ego-Mist durchziehen. Radikale Gruppierungen, die sich dort untermischen. Und das gepaart mit meiner eigenen Corona-Müdigkeit.

Gott sei Dank feiern wir im Monat Mai zwei Feste, die eine andere Richtung verheißen. Himmelfahrt – Jezus hoch in das Reich seines Vaters. Dort Herrscht er als König zur Rechten seines Vaters. Und das richtet meinen Blick auch wieder nach oben. Ich bin mir sicher: Der Grund, den Gott unter mir gelegt hat, ist so fest, dass nichts ihn so sehr erschüttern könnte, als dass ich einfach durchplumpse in ein ungewisses Nirgendwo. Pfingsten – Der Heilige Geist kommt vom Himmel herab und setzt sich „locker-leicht“ auf die bis dahin noch eingeschlossenen Jünger. Aber da kommt Bewegung in die Bude. Ein frischer Wind fegt die alte Resignation weg und etwas Neues bahnt sich seinen Weg.

Und so baue ich darauf, dass auch bei uns der Heilige Geist für einen frischen Wind sorgen wird und dass auch bei uns wieder Bewegung in die Bude des Glaubens kommt, selbst wenn wir noch länger mit dem leben, was mit manchmal schwer verdaulich vorkommt.

Herzlich Ihr/Euer Matthias Lefers

 

 

Bald wird es wieder grüner und heller und wärmer und sowieso. Alles wird bald einfach wieder besser. Kinder, die zusammen spielen und lachen. Teenager, die sich das erste Mal verliebt in den Armen liegen und die Magie des Knutschens ent-decken. Freunde, die sich lange nicht gesehen haben, umarmen sich herzlich. Und mit dem Erwachen der Natur im Frühling atmen alle tief durch und springen händehaltend befreit über Blumenwiesen…

Hach… Seufz… Schön wäre es. Meine schönste Vorstellung der letzten Wochen: Ich geh‘ ohne Maske in den Vela rein. Aber keiner schnauzt mich an. Stattdessen wundern sich alle und nicken anerkennend. Und freuen sich über meinen Mut. Und dann nehmen sie nach und nach auch ihre Masken ab… Und ich lache über diese Phantasie.

Hach… Seufz… Man wird ja wohl noch mal tagträumen dürfen, oder? Bis es soweit ist, wird es wohl noch dauern. Ob es überhaupt jemals wieder so wird? Wie sich vieles verändert haben wird, wenn irgendwann… ja, wann eigentlich? Wenn Angela Merkel feierlich bekannt gibt: „Die Zeit der Beschränkungen ist offiziell vorüber. Ich danke Ihnen allen für Ihr geduldiges Mittun.“ Oder so ähnlich? Keine Ahnung.

Das Einzige, wes ich mir sicher bin: Auch in diesem Jahr feiern wir Ostern. Und die Auferstehung Jesu. Halleluja! Und dass Gott sich für das Leben entscheidet. Gepriesen sei der Herr! Ganz egal, wie düster alles aussieht. Die göttliche Perspektive ist die, die hell leuchtet. Die Mut macht zu träumen und Visionen zu haben.  Gott sei Dank!  Von einer Welt, die eines Tages kommen wird:  Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offenbarung 21)            Ihr/Euer Pastor Matthias Lefers